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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Sa 7. Feb 2009, 14:11 
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Hallo Papa Wolf,

mein Sohn hat übrigens auch diese "nette" Dreifachkombi :( .

Das, was du über deine Tochter schreibst, kommt mir ein bisschen bekannt vor. Allerdings nicht von meinem Sohn, sondern meiner kleinen Tochter (8). In Anbetracht der Diagnose unseres Sohnes hätte bei ihren Problemen ein nicht versierter Arzt auch die falsche Diagnose stellen können. Meine Tochter ist auch Linkshänderin, was das Schreiben lernen schon ein bisschen erschwert. Ihre Schrift ist, verglichen mit anderen Mädchenschriften, eine reine Katastrophe. Die erste Klasse verlief unauffällig. In der zweiten Klasse fiel der KL auf, dass sie beim Abschreiben von der Tafel zu viele Fehler macht. Sie tippte auf eine Wahrnehmungsstörung. Ich habe auch schon längere Zeit beobachten können, dass sie beim Schreiben und Lesen immer unruhig auf dem Stuhl rumrutscht. Je länger die Texte, desto übler die Rechtschreibung und Lesegenauigkeit. Je mehr Matheaufgaben, desto mehr Fehler. Alles aber in einem nicht bedenklichen Bereich und ihre Klassenarbeiten waren bisher nur 1er und wenig 2er. So von ganz weit hinten kam mir ADHS in den Sinn, obwohl ich es auf der anderen Seite wieder verworfen habe, weil zu viele Punkte bei ihr nicht zutreffen.
Daher habe ich dich auch nach den motorischen Fähigkeiten deiner Tochter gefragt. Meine Tochter bewegt sich auch sehr gerne und treibt viel Sport. Allerdings ist ihr Muskeltonus sehr schlecht. Sportarten für die sie eine hohe Spannung braucht macht sie zwar auch gerne, ist aber grottenschlecht. Jeder Trainer, der meine Tochter zu Gesicht bekam, zog mich zur Seite und riet mir, das Kind untersuchen zu lassen. Und jedem mußte ich sagen, dass uns das bekannt und schon abgeklärt ist, man daran nichts ändern kann.
Unser KiA testete nochmal Sehkraft und Gehör, wußte dann aber auch nicht weiter und schickte uns zu einer Ergotherapeutin. Die machte mit ihr einen Salzburger Lese- und Rechtschreibtest, der völlig in der Norm lag und einen Test zur Erfassung der visuellen Wahrnehmungs- und visomotorischer Integrationsleistung. Dort hatte sie ein überdurchschnittliches Ergebnis, sodass eine visuelle Wahrnehmungsstörung ausgeschlossen werden kann. ABER: Sie hatte Schwierigkeiten in der Tonusregulation der Fingermuskulatur, was die Schreibgeschwindigkeit herabsetzte und die Schrift zur Sauklaue werden ließ. Je länger die Übungen dauerten, desto größer wurde die motorische Unruhe. Sie kann nicht lange eine starre Körperspannung halten und muß öfter die Position wechseln um sich Entspannung zu verschaffen und wieder konzentriert arbeiten zu können.
Sollte deine Tochter allerdings eine Leichtatlethikbombe sein, entfällt das natürlich. Dann würde ich an deiner Stelle nochmal eine ganz fundierte ADHS Diagnostik machen lassen. Vielleicht kann euch die Psychologin einen Fachmann in eurer Nähe nennen.

_________________
Maxi


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: So 8. Feb 2009, 12:58 
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Papa Wolf hat geschrieben:
Schlagen wir etwas vor, wie z.B. alternative Knobelaufgaben in Mathe (für alle, dmit sie nicht raussticht), kommt es bei unserer Tochter zumindest so an, dass Aufgaben nur eins zu eins ausgetauscht werden dürfen, also eine leichte mit einer schweren und dass sie dabei nicht mal weniger schreiben muß. Also macht sie es eher nicht und dann hat auch unser Vorschlag nichts gebracht und es geht weiter wie üblich.


Warum sollte deine Tochter weniger schreiben müssen? Wenn ihr eine höhere Schulbildung anstrebt, wird sie wohl lernen müssen, ordentlich und auch viel zu schreiben. Da bringt es überhaupt nichts, sie in ihren Vermeidungsstrategien zu bestärken.

Zitat:
Ich sehe dass sie könnte und ich verstehe nicht, dass sie sich so treiben lässt.


Siehe oben. Sie könnte - vielleicht kann sie die Aufmerksamkeit für eine Viertelstunde aufrecht erhalten, wenn sie besonders motiviert ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie dies immer kann und auch über einen längeren Zeitraum.

Zitat:
Sie könnte die Huusaufgaben z.B. in der Kernzeitbetreuung zwischen Unterricht und Tanz-AG, Kunst AG, Musicalprobe machen. So kommt Sie dann um 4 nach Hause und da ist dann natürlich auch schon ein wenig die Luft raus.


Rein zeitlich könnte sie das. Aber versuch dich doch mal in ein Kind mit einer Filterschwäche hineinzuversetzen. Da sitzt sie in der Betreuung, um sich rum jede Menge anderer Kinder, Unruhe, der fragt das - das muss ich mitbekommen - jener macht jenes - auch das interessiert mich brennend - da deine Tochter wahrscheinlich nicht in der Lage ist, das Wichtige (Hausaufgaben machen) herauszufiltern, ist es ihr wahrscheinlich nicht möglich, die Hausaufgaben in dieser Umgebung zu machen. Sie kommt dann um 4 Uhr nach Hause, ist natürlich ausgepowert und weiß ganz genau, dass sie deinen/euren Erwartungen mal wieder nicht gerecht wurde.

Zitat:
Bis zur Diagnose HB war für mich die Realschule eigentlich die Schulform der Wahl, insbesondere wegen G8. Jetzt durfte ich mir aber anhören, dass alle Probleme darauf zuruckzuführen sein könnten, dass sie nie gelernt hat zu lernen, sich nie anstrengen mußte, ... Das war nicht bei der Psychaterin sondern bei einer selbständig arbeitenden Beraterin für hochbegabte Kinder. Unterfordern will ich sie ja nun auch nicht.


Ihr habt da drei Baustellen. Die "überdurchschnittler IQ-Baustelle dadurch Unterforderung" würde ich jetzt nicht als so wichtig ansehen. Damals beim Übertritt dachte ich auch noch, durch die höheren kognitiven Anforderungen wird alles besser. Und machte mir nicht bewusst, wie massiv die "ADS-Baustelle" da dazwischenfunkt. Zusammen mit der LRS ist deine Tochter nicht nur evtl. mit dem Schulstoff unterfordert, sondern zusätzlich mit vielen anderen Dingen überfordert. Sei es die Organisation, die Automation (Stichtwort 1x1 nicht "können", sondern immer wieder herleiten müssen), die Anstrengung beim Schreiben und viele andere Dinge. Die selbständig arbeitende Beraterin sieht alles durch die HB-Brille, gehst du zu einem ADHS-Spezialisten, wird dieser nur durch diese Brille schauen und der LRS-Berater wieder durch seine. Deshalb plädiere auch ich dafür, dass ihr euch auf die Suche nach jemandem macht, der das "Gesamtpaket" Kind betrachtet. Und es jetzt nicht dem G8-Stress aussetzt. Dies wäre in meinen Augen ein ziemlicher Drahtseilakt und wenn ihr sie jetzt noch ins Gymnasium reinboxt, ohne dass die Grundschullehrerin das empfiehlt, hat sie von Anfang an ihren Stempel weg. Da müsst ihr von zuhause aus dagegen ankämpfen, ob ihr das könnt und wollt, müsst ihr selbst entscheiden.

Zitat:
Wir haben auch schon den Rat bekommen sie nach einem Realschuljahr in die 5 Klasse Gymi zu geben, hat da schon jemand Erfahrungen?


Früher, damals, war das bei uns recht üblich. Eher noch ein Jahr Hauptschule (die natürlich damals was anderes war) für die Kinder, die noch ein Jahr "zur Reifung" benötigten. Für die Organisation, das Durchsetzungsvermögen etc. Wenn ihr diese Option habt, würde ich sie nutzen. Nach einem Jahr mit entsprechender Diagnostik und Erfahrung könnt ihr vielleicht besser entscheiden, ob sie auf der Realschule bleiben soll oder dann ein Wechsel auf das Gymnasium angedacht wird.

Zitat:
HB ist auch aus unserer Sicht erst mal ausreichend getestet. Unsere Psychologin hat vorgeschlagen sie für ein paar Wochen in einer Tagesklinik unterzubringen. Insgesondere nachdem ich schon "Hilfe mein Kind ist Hochbegabt" und "Die Zeit der Geparden" gelesen hatte, fand ich diesen Vorschlag schrecklich und eher ein Zeichen von Hilflosigkeit.


Mein Tipp: Lies mal andere Bücher. "Hochbegabt und trotzdem glücklich" oder "Hochbegabte Kinder, ihre Eltern, ihre Lehrer."

Zitat:
Auch die Beraterin für HB zeigte sich entsetzt, schlägt aber vor sie nochmal durchtesten zu lassen. (Mir ist grad entfallen wo genau, könnte Psychiotherapeutisches Institut oder so gewesen sein) Die bieten dann auch Therapien aufgrund der Diagnostik an. Außer ein paar Einzelgespräche mit der Psychologin und jetzt der LRS-Therapie (anderes Institut) gab es bislang nur die Medikamente. Ich bin mir nicht mehr sicher ob wir da wirklich an der richtigen Stelle sind. Die HB-Beraterin sieht allerdings vor allem die HB und zweifelt die ADS an, insbesondere nachdem das Absetzen wenig verschlimmerte. Auch die LRS sieht sie nicht so, denn in Testsituationen schreibt sie auch schon mal 18 von 20 Worten richtig. Im Aufsatz schreibt sie ein Wort dann aber wieder einmal richtig und zwei mal falsch.


Ich habe den Eindruck, dass ihr zu der HB-Beraterin das größte Vertrauen habt. Ich persönlich finde den Vorschlag mit der Tagesklinik, sofern dort innerhalb kurzer Zeit eine umfassende Diagnostik durchgeführt werden soll, nicht schlecht. Ich finde, die HB-Beraterin lehnt sich etwas zu weit aus dem Fenster (welche Qualifikation hat sie eigentlich?), wenn sie die ADS und LRS anzweifelt. HB, ADS und LRS können und sollen nur von Fachleuten diagnostiziert und ausgeschlossen werden. Und gerade bei der Kombination ist es extrem wichtig, dass nicht nur durch eine Brille geschaut wird, egal durch welche.

Grauseldis


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Fr 19. Feb 2010, 13:48 
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Hallo Papa Wolf,

greifbare Hilfsmittel habt Ihr noch nicht gefunden. Eine greifbare Diagnose "ADS" habt Ihr augenscheinend nicht, das Kind zeigt Züge von diesem oder jenem, ohne das Vollbild der Störung zu präsentieren.

In dieser Situation kommt es dann dazu, dass sich jeweils neu Beteiligte gerne dies und das herausgreifen und ihre eigenen Empfehlungen daran festmachen. Wie sieht es den außerhalb der Schule aus? Läuft es in geregelten Bahnen? Wenn Kinder ADS-Merkmale zeigen, kann auch etwas anderen dahinterstecken.

Bei unserem Kind war es ähnlich, die GS wusste von diesem oder jenem, damals hatten wir auch mit der "HB" des Kindes nicht hinterm Berg gehalten. Die Empfehlung bekamen wir trotzdem, die GS fühlte sich wohl überfordert und wollte "dem Kind nicht im Wege stehen".

Das Gym. nahm das Kind in Kenntnis der Situation und gab "Arbeitserleichterungen", aber immer mit Vorgabe bis wann dies oder jenes sich zu verbessern habe und wenn nicht, was dann zu tun sei.

Das mit der Medikinet-Verabreichung und dem Abbruch hört sich auch nicht so doll an. Medikinet wirkt auch auf Leute ohne ADS steigernd, deswegen kann das Ganze nur innerhalb eines Projektes mitbewertet werden.

Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu verwirrend, möchte Euch aber mitteilen, dass es durchaus Hoffnung für eine Gym.-Beschulung für Eurer Kind gibt, warum sollte es auf der Realschule besser sein? Sind da kleinere Klassen, schreibt man da weniger? Die Empfehlung des Beratungslehrers hat weder Hand noch Fuß.

Unser Kind geht immer noch auf das Gym., natürlich lief mal dies oder das nicht. Aber genau meine letzten oberen Sätze waren die unseres Beratungslehrers: Die Realschulbeschulung wäre nicht geeigneter.

LG
remifa

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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Fr 19. Feb 2010, 16:34 
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Über mich: hochbegabt in kulinarischem Sinne
Hallo remifa,

der Thread ist über ein Jahr alt und Papa Wolf war seither nicht mehr aufgetaucht. Deine Erfahrungen werden ihn möglicherweise nicht mehr erreichen, aber für die "Nachwelt" sind sie auch interessant.

Lg

Anni


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Fr 19. Feb 2010, 16:42 
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Beiträge: 58
Hallo, Danke für den Hinweis, da habe ich nicht richtig hingeschaut.

Gruß
Remifa

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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Mo 22. Feb 2010, 10:29 
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Bundesland: Hamburg
Hallo Papa Wolf,

kennst Du das Buch: Die Entdeckung der Langsamkeit?

Warum soll etwas schlechter sein, nur weil es Länger dauert.

Verlasse Dich auf Dein Bauchgefühl, frag Deine Tochter was sie sich wünscht.
Wenn Sie den Stoff auch so drauf hat.
Verzichte auf Hausaufgaben.
Die sind ja nur da um Dinge zu verfestigen.
Und wer sagt, das sie Lebensnotwendig sind?
Oder lass sie eine Geheimschrift austuffteln, die sie dann benutzt.
Natürlich nur mit einem Lösungsschlüssel für die Lehrerin oder Lehrer.

Manchmal sind es die Ungewöhnlichsten Dinge die uns weiterbringen :-)

Liebe Grüße
viel Liebe und Licht im Dunkeln

Zauberfee

_________________
Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten und weiterverwenden ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Mo 22. Feb 2010, 11:04 
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Beiträge: 3294
Wohnort: Bolivien
Zitat:
Verzichte auf Hausaufgaben.


Und dann klappt das mit der Gymnasialempfehlung? Und ADS und LRS spielen keine Rolle mehr?

_________________
Ich möchte nicht, dass meine Beiträge insgesamt oder in Auszügen zitiert werden. Ich meine das ernst und finde es sehr schade, dass mein Wunsch nicht berücksichtigt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2010, 15:08 
Hallo Michaela,

hast Du verstanden was Zauberfee mit Ihrem Beitrag sagen wollte?
Mal abgesehen von dem was Du als Komentar hinterlassen hast?

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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: Di 23. Feb 2010, 15:36 
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Unter Intuition versteht man die Fähigkeit gewisser Leute, eine Lage in Sekundenschnelle falsch zu beurteilen. (Dürrenmatt)


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 Betreff des Beitrags: Re: HB+ADS+LRS - und nun fehlt die Gymnasialempfehlung
BeitragVerfasst: So 14. Mär 2010, 23:29 
hallo papa wolf,
vor 5 Jahren hatten wir das gleiche Problem mit unserem Sohn. Er ist im natruwissenschaftlichen Teil hochbegabt mit weit überdurchschnittlichem Vorstellungsvermögen im D3-Bereich, gleichzeitig aber in schriftlichen Dingen so langsam, dass man als "Normalo" aus der Haut fahren möchte. Sobald man sagt beeil dich, ist es als ob man auf einen unsichtbaren Bremshebel anzieht und alles wird so langsam, dass Zeitlupe dagegen schnell wirkt. Bei ihm wurde Träumer-ADS und LRS diagnostiziert. Seine damalige Klassenlehrerin ignorierte seine sehr guten Leistungen die er erbracht hat, wenn er diese nicht schriftlich formulieren musste (hier wurde er nie! fertig) und hat für ihn einfach eine Hauptschulempfehlung ausgesprochen. Dagegen haben wir uns erfolgreich gewehrt. Er besucht jetzt mit Erfolg die 10te Klasse einer Realschule mit Ganztagesbetreuung. Das Gymnasium wollten wir ihm nicht antun, da er hier 2 Fremdsprachen in Wort uns Schrift hätte lernen müssen. Er hat sich in Deutsch schon schwer genug getan. Seine Diktate schrieb (und schreibt) er oft ohne Punkt und Komma, dafür mit so vielen Fehlern das man nur noch Rot sah. Das sieht auch heute noch so aus und in Englisch ist es kaum besser.
Bei der Auswahl der Schule haben wir bewusst darauf geachtet, dass neben dem Regelunterricht auch Freizeitaktivitäten angeboten werden an denen unser Sohn Spaß hat. Die Schule hat sich als goldrichtig erwiesen. Allerdings mussten und müssen wir wiederholt feststellen, dass die wenigsten Lehrkräfte mit dem Begriff Träumer-ADS etws anfangen können. Hier hatten wir das Glück, dass seine erste Klassenlehrerin an dieser Schule sich sehr darum bemühte in Erfahrung zu bringen was es mit dieser Diagnose auf sich hat und was dies für den Betroffen Menschen und sein Umfeld bedeutet. Sehr engagiert hat sie der Klasse begreiflich gemacht, warum unser Sohn so ist. Das er nicht etwa dumm oder faul ist, sondern das er aufgrund dieser Diagnose einfach nicht anderst kann. Dies wurde und wird akzeptiert. Wir haben bei unserer Psychologin ein Attest eingeholt und bei der Schulleitung einen Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt. Das bedeutet, dass ihm für schriftliche Arbeiten (wenn möglich) mehr Zeit zur Verfügung gestellt wird da niemand aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden darf. ... übrigens, auch er hat wenig Freunde, aber er ist deswegen nicht unglücklich. lg agi


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