Jetzt sage ich auch einmal hallo!
Ich habe eine gerade sechsjährige, ungetestete Tochter, die mit Fünfdreiviertel eingeschult worden ist. Wir machen uns z.Z. einige Sorgen und suchen nach Lösungsmöglichkeiten - darauf werde ich größtenteils aber im Grundschulforum eingehen. Hier ein kleiner Werdegang:
Die Tochter war von Anfang an ein sehr waches und agiles Kind. Las das Alphabet bevor sie richtig sprechen konnte, organisiert und sortiert sehr gerne (erkannte mit Zwei alle Automarken etc.), sprach früh in langen zusammenhängenden Sätzen und mit großem Wortschatz, las langsam mit Vier und liest mittlerweile dicke Wälzer, ist musikalisch und kommt mit Zahlen (wie wir erst jetzt in der Schule merken) gut zurecht. Sie ist freundlich, offen, beliebt und extrovertiert, so dass sie schnell in ihrem Wesen und ihrer Begabung erkannt wird.
Die andere Seite ist eine sehr extreme Persönlichkeit (das meine ich begabungsunabhängig), da sie Autoritäten noch nie wirklich akzeptiert hat. Die "wichtigen" Dinge verinnerlichte sie schnell, wie z.B. Verkehrsverhalten, freundlicher Umgang, Hilfsbereitschaft usw., aber der gesamte Alltag wird oft zur Belastungsprobe, da sie nur tut, wozu sie Lust hat - d.h. zu einem Verhalten, das andere von ihr verlangen, ist sie meistens nur durch starken Druck und harte Konsequenzen zu bewegen. Oft hält sie Konsequenzen einfach aus, um trotzdem auf ihrem Weg zu bleiben. Trotz eindeutiger Regeln sehr hartnäckig!
In der Schule kommt es jetzt zu großen Konflikten: sie ist verspielt, wenig ehrgeizig und verweigert oft die Arbeit / Hausaufgaben. Die erste Klasse hat sie total gelangweilt. Immerhin stieß sie auf interessierte Lehrerinnen, die auch nach Lösungen suchen. Sie darf es seit zwei Wochen in der 2. Klasse versuchen. Ihre Motivation hat sich verbessert, sie kommt fachlich gut mit und beteiligt sich – wir können sie uns aber aufgrund ihrer Verspieltheit, Unorganisiertheit, Langsamkeit und fehlender Schreibpraxis nicht ab September in der 3. Klasse vorstellen. Ihr Dickkopf lässt auch so manche Einsicht vermissen, was aber wahrscheinlich eher altersentsprechend ist.
Also sind wir an einem Punkt, an dem wir den besten Weg noch nicht richtig erkennen können. Lasse mich demnächst vom sozialpsychologischen Dienst beraten. Die Tochter ist eine harte Nuss …

Ich freue mich darauf, hier bald ein bisschen kommunizieren zu können und vielleicht ein paar Tipps zu erhalten. Viele Grüße!